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Seminarbeschreibungen

Universität Debrecen : Lehrstuhl für germanistische Linguistik

FS 2003 Gastseminar: E-Learning - Wie (gut) lernt man Fremdsprachen am Computer?

Im Seminar sollen folgende Themen behandelt werden:
1. Abriss über die Entwicklung des computergestützten Fremdsprachenunterrichts seit den 1950er Jahren (SSoSe 1994 | Proseminar: Einführung in die Textgrammatikprachlabor-Konzept, CALL)
2. Sprachlerntheoretische Konzeptionen für E-Learning (u.a. Behaviorismus, Konstruktivismus, Multimedia-Design)
3. Empirische Befunde für die Effizienz von E-Learning
4. Zum Verhältnis von "normalem" und computergestütztem Sprachunterricht
5. Übersicht über die Anwendungsbereiche von E-Learning für Deutsch als Fremdsprache (u.a. Orthographie, Hörverstehen, Leseverstehen, Aussprachetraining, Schreibtraining, Grammatiktraining)
6. Typologie von Sprachlern-Programmen
7. Stärken und Schwächen von Sprachlern-Programmen im Bereich Deutsch als Fremdsprache
8. Fremdsprachenlernen im Internet - Angebote und Realisierungsmöglichkeiten
9. Arbeit mit Autorensystemen - am Beispiel von HotPotatoes und MMTools
10. Einblicke in die Praxis I: Arbeit an einem Sprachlern-Programm zum Hörverstehen
11. Einblicke in die Praxis II: Der Computer im Unterricht
Die Teilnehmer sollten neben allgemeinem Interesse für das Thema auch die Bereitschaft mitbringen, Programme am PC auszuprobieren. Aus diesem Grund wird zumindest ein Teil des Seminars in einem der PC-Räume der Uni stattfinden. Nähere Angaben zu Raum und Zeit werden noch bekanntgegeben. Um Voranmeldung wird gebeten.

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LMU München : Institut für Deutsch als Fremdsprache/Transnationale Germanistik

WiSe 2001/2002 Proseminar: Regeln beim Fremdsprachenlernen

Dass der (unterrichtliche) Erwerb einer Fremdsprache über das Lernen von (Grammatik-)Regeln und deren Automatisierung durch Übung erfolgt, ist die traditionelle Auffassung, die bis heute implizit oder explizit vielen Lehr-Lernsituationen zugrunde liegt. Allerdings ist die Nützlichkeit von explizitem Regellehren und -lernen seit Mitte der 1970-er Jahre massiv in Frage gestellt worden und hat - vor allem in der anglophonen Fachliteratur - eine bis heute anhaltende Diskussion über Sinn und Unsinn von expliziter Grammatikvermittlung via Regeln ausgelöst.
Im Proseminar soll es u.a. darum gehen, (a) die wichtigsten Positionen innerhalb dieser Debatte kennen zu lernen, (b) die Bedeutungsnuancen des Regelbegriffs zu erarbeiten, (c) Regellernen als Lerntyp neben anderen zu charakterisieren, (d) sich mit der Möglichkeit und Problematik der Formulierung lernerfreundlicher Regeln im Rahmen einer "pädagogischen Grammatik" vertraut zu machen und (e) DaF-Lehrwerke unter dem Aspekt der Regelvermittlung zu analysieren.
Für die Teilnahme am PS ist Lesekompetenz im Englischen von Vorteil.
Lektüreempfehlung:

  • Diehl, Erika u.a. (2000): Grammatikunterricht: Alles für der Katz? Untersuchungen zum Zweitsprachenerwerb Deutsch. Tübingen: Niemeyer (Reihe Germanistische Linguistik 220), S. 25-52
  • Westney, Paul (1994): "Rules and pedagogical grammar". in: Odlin, Terence (ed.): Perspectives on Pedagogical Grammar, Cambridge UP, 72-96.

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LMU München : Institut für Deutsch als Fremdsprache/Transnationale Germanistik

SoSe 2001 Proseminar: Basiswissen Ausspracheschulung

Das Proseminar bietet die Möglichkeit, sich mit einem häufig vernachlässigten Teilbereich des DaF-Unterrichts vertraut zu machen - der Ausspracheschulung.
Das Seminar hat mehrere Zielsetzungen: (1) Die TeilnehmerInnen sollen sich über den Stellenwert der Aussprache und Ausspracheschulung beim Lernen des Deutschen als Fremdsprache klar werden. (2) Das begriffliche Instrumentarium der artikulatorischen (und z.T. auch akustischen) Phonetik soll in seinen Grundzügen kennen gelernt werden. Diese Kenntnisse sind notwendig, um sich mit dem Phänomen "fremder Akzent" zu befassen, d.h. um Abweichungen von der Aussprachenorm zu erkennen, zu beschreiben und letztendlich zu korrigieren. (3) Die TeilnehmerInnen sollen anhand von Aufnahmen (Sprechproben) für Ausspracheprobleme einzelner Sprecher bzw. Sprechergruppen sensibilisiert werden. (4) Ein vorrangiges Ziel des Seminars wird sein, eine Mikrosequenzierung für die unterrichtliche Behandlung von Ausspracheproblemen zu erstellen, d.h. eine Abfolge von Maßnahmen von der Bewusstmachung eines Phänomens über verschiedene Übungsphasen bis hin zu seiner produktiven Beherrschung. (5) Weiterhin sollen Möglichkeiten kennen gelernt werden, wie Ausspracheschulung mit der Vermittlung anderer Kenntnisse und Fertigkeiten (etwa im Bereich Grammatik, Lexik, Morphologie, Landeskunde) verknüpft wird. (6) Schließlich werden wir auch einen Blick auf die heute sich auf dem Markt befindlichen Lehrmaterialien (Bücher, Audio-Materialien, CD-ROMs, Video) werfen.
Es werden keine besonderen theoretischen Kenntnisse vorausgesetzt, allerdings die Bereitschaft, ein Kurzreferat (auch in Gruppen) zu übernehmen.
Literatur:

  • Dieling, Helga & Hirschfeld, Ursula: Phonetik lehren und lernen. Berlin u.a.: Langenscheidt 2000.
  • Dietz, Gunther & Tronka, Krisztián: "Ausspracheschulung für fortgeschrittene ungarische Deutschlerner -- Ein Unterrichtskonzept". in: Mádl, Antal & Dietz, Gunther (Hg.): Jahrbuch der ungarischen Germanistik 1998. Budapest - Bonn: DAAD / Gesellschaft der ungarischen Germanisten 1999, 111-132.

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Universität Debrecen : Lehrstuhl für germanistische Linguistik

FS 2000 Seminar: Lehrwerkanalyse Phonetik (mit Krisztián Tronka)

Das Seminar verfolgt mehrere Ziele: Zum einen soll das im Entstehen begriffene Aussprachelehrwerk "Praktische Phonetik", das seit Februar 2000 in einer Erprobungsfassung vorliegt, durch die Teilnehmer erprobt werden. Die Ergebnisse dieser Erprobung sollen in die nächste Fassung der Lehrwerks einfließen und dienen den Autoren als Korrektiv und Anregung für die abschließende Fassung.
Zum anderen wird durch die Auseinandersetzung mit dem Lehrwerk exemplarisch deutlich, welche Entscheidungen bei der Erstellung eines DaF-Lehrwerks im Allgemeinen und eines Aussprachelehrwerks im Besonderen eingehen.
Nicht zuletzt dient die Beschäftigung mit "Praktische Phonetik" zur Sensibilisierung für phonetik-didaktische Probleme und zu einer kritischen Sicht auf Lehrwerke.
Literatur:
Dietz, Gunther & Tronka, Krisztián (2000):

  • Praktische Phonetik. Erprobungsfassung 2b/2000. Debrecen: Ms. 2000.

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Universität Debrecen : Lehrstuhl für germanistische Linguistik

FS 2000 Seminar: Die Rolle von Regeln beim L2-Erwerb

Es ist fast ein Gemeinplatz, dass, wer eine Fremdsprache lernt, sich die Regeln dieser Sprache aneignen muss. Dabei wird jedoch oft übersehen,

  1. dass der Regelbegriff selbst schillernd ist: so wird nicht immer deutlich genug unterschieden zwischen (a) Regeln als linguistischen Beschreibungen von Regularitäten, (b) vom Sprachbenutzer internalisierten Regeln und (c) Regeln als Handlungsanweisungen zur Sprachbenutzung
  2. dass nicht alles Lernen beim Spracherwerb, nicht einmal beim Grammatik-Erwerb, Regellernen ist,
  3. dass Regeln bzw. ihre Formulierungen mehr oder minder lernfreundlich gestaltet werden können.
Das Seminar hat also zum Ziel, sich dem Begriff der (sprachlichen) Regel unter der Perspektive ihrer Lernbarkeit anzunähern. Dazu werden wir unter anderem folgende Fragen thematisieren:
  1. Was sind und wozu dienen Regeln im Allgemeinen und sprachliche Regeln im Besonderen?
  2. Welche Typisierungsmöglichkeiten von Regeln gibt es? Welche sind relevant für den L2-Erwerb?
  3. Wie könnte ein allgemeines Format zur Beschreibung von sprachlichen Regeln aussehen?
  4. Was ist Lernen und welche Lernformen sind zu unterscheiden?
  5. Was ist der spezifische Nutzen des Regellernens gegenüber anderen Lernformen beim L2-Erwerb? Anders formuliert: Bei welchen Lernproblemen helfen Regeln, bei welchen nicht?
  6. Was sind die Bedingungen für die Lernbarkeit von Regeln -- bei den Lernern und bei den Regeln?
  7. Wie werden Regeln in Instruktionstexten (Grammatiken, Lehrwerken) und Lehr-Lern-Situationen präsentiert? Inwiefern wird dabei Lernbarkeitsbedingungen Rechnung getragen?
Bedingung für den Erwerb einer Seminarnote ist die von Woche zu Woche erfolgende Lektüre und Erarbeitung von Fachliteratur sowie die Abfassung einer Seminararbeit, gegebenenfalls auch eines mündlichen Referats. Mögliche Themen sowie eine Literaturliste werde ich in einer der ersten Stunden des Seminars anbieten.

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Universität Debrecen : Lehrstuhl für germanistische Linguistik

HS 1999 Seminar: Wörter - Lernen, Verstehen, Produzieren, Speichern (mit Orsolya Farkas)

Ziel des Seminars ist es, sich mit der Funktionsweise des menschlichen Wortspeichers auseinanderzusetzen. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf die Vorgänge des Erwerbs und des Abrufs fremdsprachlicher Wörter gelegt. Dabei sollen gängige Praktiken des Vokabellernens ebenso kritisch beleuchtet werden wie der Umgang mit Wörterbüchern.
Das Seminar ist insofern interdisziplinär angelegt, als in ihm Kenntnisse aus den Teilbereichen Morphologie, Lexikologie, lexikalische Semantik, Psycholinguistik, Lerntheorie und Fremdsprachendidaktik aufgefrischt bzw. erworben werden.
Bedingung für den Erwerb einer Seminarnote ist die von Woche zu Woche erfolgende Lektüre und Erarbeitung von Fachliteratur sowie die Abfassung einer Seminararbeit, gegebenenfalls auch eines mündlichen Referats. Mögliche Themen sowie eine ausführliche Literaturliste werden wir in einer der ersten Stunden des Seminars anbieten.

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Universität Debrecen : Lehrstuhl für germanistische Linguistik

FS 1999 Seminar: Linguistik des Fehlers

Das Seminar bietet die Möglichkeit, sich intensiv mit einem der interessantesten Phänomene sprachwissenschaftlicher Betätigung auseinanderzusetzen - dem sprachlichen Fehler.
Die Auseinandersetzung mit sprachlichen Fehlern ist eine - oft leidvolle Notwendigkeit - für jeden, der versucht, eine Fremdsprache zu lernen. Für die Lehrenden ist eine Beschäftigung mit den Fehlern der Lerner ebenfalls unumgänglich, werden Fehler doch als Gradmesser für die (Nicht-)Beherrschung der zu lernenden Sprache bzw. ihrer Regeln durch die Schüler betrachtet und müssen häufig in Noten "umgemünzt" werden. Innerhalb der L2-Spracherwerbsforschung werden Fehler als wichtige Indikatoren für den Verlauf des Erwerbsprozesses angesehen, die Auskünfte über die Entwicklung der sog. "Lernersprache" geben. Und in der psycholinguistisch ausgerichteten Sprachlehrforschung werden Fehler als wichtige Daten zur Aufdeckung mentaler Sprachverarbeitungsprozesse betrachtet.
Im Seminar werden wir auf all die genannten Aspekte eingehen und im Wesentlichen die folgenden Fragen zu klären versuchen:

  • Wie können Fehler definiert werden?
  • Wie können Fehler kategorisiert werden?
  • Wie können Fehler "interpretiert" werden?
  • Wie soll mit Fehlern im Unterricht umgegangen werden?
Bedingung für den Erwerb einer Seminarnote ist - neben regelmäßiger physischer und psychischer Anwesenheit im Seminar - die Durchführung einer empirischen Fehleranalyse. Mögliche Themen werde ich in einer der ersten Stunden des Seminars anbieten, so dass Sie die Möglichkeit haben, schon während des Semesters an einem empirischen Projekt zu arbeiten, zumal solche Arbeiten in der Regel relativ zeitaufwendig sind.

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HS 1998 Seminar: Empirische Methoden in der Sprachwissenschaft

Das Seminar bietet eine Einführung in die Erhebung, Auswertung und Interpretation sprachlicher Daten. Neben dem Kennenlernen verschiedener Arten sprachlicher Daten, wird es darum gehen, mit einigen wichtigen Erhebungsmethoden - Fragebogenerhebung, Experiment, Introspektion, Korpusanalyse, ethnomethodologische Verfahren - vertraut zu werden. Dies soll überwiegend durch die gemeinsame Lektüre und Analyse von einschlägigen empirischen Studien geschehen. Dabei werden wir immer auch das Verhältnis von Empirie zu Theorie thematisieren und auf die wissenschaftstheoretischen Grundlagen empirischer Forschung zu sprechen kommen.
Bedingung für den Erwerb einer Seminarnote ist - neben regelmäßiger physischer und psychischer Anwesenheit im Seminar - die Durchführung einer kleinen empirischen Untersuchung und deren Präsentation in Form einer Seminararbeit, vielleicht auch eines mündlichen Referats. Mögliche Themen werde ich in einer der ersten Stunden des Seminars anbieten, sodaß Sie die Möglichkeit haben, schon während des Semesters an einem empirischen Projekt zu arbeiten. Die empirischen Untersuchungen sollten im Bereich der Erforschung des Fremdsprachenerwerbs angesiedelt sein. Erstens handelt es sich dabei um eines der interessantesten Felder sprachwissenschaftlicher Betätigung, zweitens bietet das Germanistische Institut eine Fülle von Möglichkeiten, sprachliche Daten zu erheben, die bislang noch viel zu wenig genutzt wurden.

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Universität Debrecen : Lehrstuhl für germanistische Linguistik

FS 1998 Übung: Einführung in wissenschaftliches Arbeiten

Ziel dieser Sprachübung ist die Vermittlung von Fertigkeiten im rezeptiven und produktiven Umgang mit wissenschaftssprachlichen Texten. Nach einer Eingangsphase, in der Begriffe wie "Wissenschaft", "wissenschaftliche Kommunikation", "Fachtext" u.a. thematisiert werden, sollen im ersten Teil der Übung verschiedene Strategien des Lesens, Erarbeitens und "Abspeicherns" von Fachliteratur vorgestellt und an konkreten Texten eingeübt werden.
Im zweiten Teil werden unterschiedliche Aspekte des Schreibens von akademischen Arbeiten behandelt. Die komplexen Anforderungen einer schriftlichen Arbeit werden in Teilschritte zerlegt und eingeübt: Schritte beim Verfassen einer akademischen Arbeit, Textgliederung, Wiedergabe von Sekundärliteratur, Einbettung von Zitaten, Einführung von Fachtermini, Funktionen und Mittel von Hervorhebungen im Text u.a.
Parallel und zusätzlich zu den bisher genannten Themen werden diejenigen grammatischen Phänomene besprochen und geübt, die für Fachtexte besonders relevant sind, wie z.B. stark attribuierte Nominalgruppen, Verbal-Nominalisierungen, fachtext-typische Formen der Wortbildung, Präpositional-Attribute, agenslose Konstruktionen etc. Besonderen Wert wird auch auf die stilistische Variation im Ausdruck von argumentativen Strukturen (Kausalität, Konsekutivität, Konzessivität, Finalität) gelegt.
Die Seminarnote wird durch verschiedene über das Semester verteilte Hausaufgaben ermittelt. Die Teilnehmerzahl ist beschränkt auf maximal 15.
Literatur:

  • Dietz, Gunther: Aspekte der Fachtextproduktion. Ein Leitfaden für Studierende. Debrecen: Kossuth Egyetemi Kiadó 1996.

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HS 1997 Lesen in der Fremdsprache

Die Erforschung des Leseprozesses hat in den letzten 15 Jahren einen qualitativen Sprung gemacht, auch wenn einige der mentalen Prozesse immer noch nicht genau bekannt sind. Ausgehend von der Vorstellung des Lesens als Interaktion zwischen Leser und Text werden im Seminar mehrere Ziele angestrebt:

  • Es sollen relevante Erkenntnisse der psycholinguistischen Leseforschung erarbeitet (er-"lesen") werden, um somit den Prozeß des Lesens in seinen Teilprozessen deutlich zu machen.
  • Weiterhin sollen wichtige Unterschiede des mutter- und des fremdsprachlichen Lesens herausgearbeitet werden.
  • Insbesondere soll auch auf Probleme der Textsortenspezifik des Lesens (z.B. Fachtexte, Gebrauchstexte, literarische Texte) eingegangen werden.
  • Schließlich sollen Übungsformen einer fremdsprachlichen Lesedidaktik kennengelernt und zum Teil auch ausprobiert werden.

Eine Seminarnote gibt es für die Anfertigung einer schriftlichen Hausarbeit. Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 15 beschränkt. Eine Literaturliste gebe ich zu Beginn des Semesters aus.

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Universität Debrecen : Lehrstuhl für germanistische Linguistik

FS 1997 Grammatik und Grammatiken des Deutschen

Am Ausgangspunkt des Seminars steht die bekannte, aber manchmal unberücksichtigt gelassene Tatsache, daß die deutsche Sprache nicht in einer, sondern in einer Vielzahl von Publikationen mit der Textsortenbezeichnung "Grammatik" beschrieben wird. Das Seminar hat folgende Ziele:

  • Wir wollen uns zunächst mit dem Begriff "Grammatik" befassen und dessen Bedeutungsvarianten klären.
  • Sodann wollen wir einige neuere Grammatiken des Deutschen kennenlernen. Dazu werden wir ein Kriterienraster erstellen, nach denen die Grammatiken verglichen und charakterisiert werden sollen. Insbesondere sollen durch den Vergleich ausgewählter Teilbereiche die Divergenzen in der Darstellung grammatischer Phänomene vor dem Hintergrund der jeweiligen grammatiktheoretischen Konzeption her beleuchtet werden.
  • Nicht zuletzt wollen wir überlegen, inwieweit die ausgewählten Grammatiken für Lerner und/oder Lehrer des Deutschen als Fremdsprache geeignet sind.
Eine Seminarnote gibt es für die Anfertigung einer schriftlichen Hausarbeit. Die Teilnehmerzahl ist auf maximal 15 beschränkt.
Meine Vorschläge für die in Frage kommenden Grammatiken sind:

  • Drosdowski, Günther (Hg.): DUDEN Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. 5., völlig neu bearb. und erw. Aufl. Mannheim: Duden-Verlag 1995 (DUDEN Bd. 4). [1973]
  • Eisenberg, Peter: Grundriß der deutschen Grammatik. 3., überarbeitete und erweiterte Aufl. Stuttgart: Metzler 1994. [1986]
  • Engel, Ulrich: Deutsche Grammatik. 2., verb. Aufl. Heidelberg: Groos 1991. [1988]
  • Helbig, Gerhard & Buscha, Joachim: Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht. 17. Aufl. Leipzig 1996 [1972].
  • Heringer, Hans Jürgen: Lesen lehren lernen: Eine rezeptive Grammatik des Deutschen. Studienausgabe. Tübingen: Niemeyer 1989 [1988]
  • Weinrich, Harald: Textgrammatik der deutschen Sprache, Mannheim u.a.: Duden-Verlag 1993
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FS 1996 Doktorandenseminar: Gedächtnis und Fremdsprachenlernen

Das Gedächtnis dürfte zu den faszinierendsten Phänomenen des menschlichen Geistes zählen. An der Erforschung seiner Struktur und Funktionsweise sind ganz unterschiedliche Disziplinen wie Wahrnehmungs-, Lern- und Kognitionspsychologie, Neurobiologie, Aphasieforschung beteiligt. Innerhalb der Linguistik spielen Gedächtnisphänomene etwa in der Psycholinguistik und der Leseforschung eine zentrale Rolle. In der Literaturwissenschaft wurde beispielsweise die Intertextualitäts-Forschung der 1980er Jahre stark durch Gedächtniskonzepte geprägt.
Auch die Fremdsprachendidaktik der letzten 10 Jahren wurde mehr oder weniger stark von den Ergebnissen der Gedächtnisforschung - verbunden mit einer Wiederentdeckung der Antiken Mnemotechnik - beeinflußt. Im Seminar wollen wir versuchen, die Ergebnisse dieses Adaptationsprozesses zu sichten und zu hinterfragen.
Dazu ist es notwendig, zunächst einmal grundlegende Konzepte der Gedächtnisforschung zur Kenntnis zu nehmen und etwa die folgenden Problembereiche zu klären:

  • Was ist und wie funktioniert das menschliche Gedächtnis?
  • Welche Gedächtnistypen gibt es, welche Funktionen erfüllen sie?
  • Was ist und wozu dient das Vergessen?
  • Was ist Lernen?
  • Durch welche Faktoren wird das Gedächtnis gefördert oder beeinträchtigt?

Im zweiten Teil des Seminars soll dann die Frage im Mittelpunkt stehen, welche Rolle das Gedächtnis beim Lernen und Lehren einer Fremdsprache spielt.

  • Gedächtnis und Wortschatzerwerb
  • Gedächtnis und fremdsprachliches Lesen
  • Gedächtnis und fremdsprachliches Hörverstehen
  • Was sind Mnemotechniken? In welchen Bereichen des Fremdsprachenlehrens -und lernens und bei welchen grammatischen Problemen können sie fruchtbar gemacht werden, in welchen nicht?
  • Wie können grammatische Probleme "gedächtnisfreundlich" aufbereitet werden?
  • Auswendiglernen im Fremdsprachenunterricht?
  • Welche Übungstypen sind "gedächtnisfreundlich", welche nicht?
  • Was läßt sich aus gedächtnispsychologischer Sicht zu bestimmten Interferenzprobleme beim Spracherwerb folgern?

Das Seminar wird wöchentlich 2-stündig während des Semesters stattfinden. Für die Seminarnote erwarte ich von jedem Teilnehmer die Übernahme eines Kurzreferats (max. 20 Min.) sowie die Anfertigung einer schriftlichen Arbeit. Teilnehmen können neben Doktoranden aller Lehrstühle auch interessierte Studenten höheren Semesters. Die Teilnehmerzahl ist auf 15 beschränkt.
Als Vorauslektüre (ab Mitte August im Handapparat der Institutsbibliothek erhältlich) empfehle ich:

  • Rohrer, Josef: Zur Rolle des Gedächtnisses beim Sprachenlernen. 3. Aufl. Bochum: Kamp 1993.
  • Sperber, Horst G.: Mnemotechniken im Fremdsprachenerwerb. Mit Schwerpunkt "Deutsch als Fremdsprache". München: iudicium 1989 (Studien Deutsch 9).
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HS 1996 Doktorandenseminar: Wissenschaftliche(s) Arbeiten

Eine gute wissenschaftliche Arbeit zu verfassen, stellt hohe inhaltliche und formale Anforderungen an einen Autor - zumal wenn er noch wenig geübt und die Veröffentlichungssprache eine Fremdsprache ist. In diesem Seminar soll es in erster Linie um die formalen Aspekte, sozusagen um das "Handwerkszeug" gehen, dessen Beherrschung eine unabdingbare Voraussetzung für die Akzeptanz der vorgetragenen Inhalte bei Gutachtern bzw. bei der Fachleserschaft ist.
Das Seminar findet als Blockveranstaltung in sechs Sitzungen für Doktoranden aller Lehrstühle statt und umfaßt die folgende Themen, die je nach Wunsch der Teilnehmer noch geändert werden können:

  • "Erst lesen - dann schreiben" - Arbeits- und Zeit-Planung einer wissenschaftlichen Arbeit
  • "Wo hab´ ich es nur hingelegt?" - Tips zur Informationsverwaltung
  • "Kap. XI.5.a.y.A" - Gliederungsaufbau und Gliederungsnumerierung(en) einer wissenschaftlichen Arbeit
  • Bibliographische Angaben - Die hohe Schule der Pedanterie?
  • "Erst lesen - dann schreiben" - Arbeits- und Zeit-Planung einer wissenschaftlichen Arbeit
  • "Wie der Maier einmal sagte ..." - Zitieren, Zitateinbettung & Belegen
  • Den Leser bei der Hand genommen - Textgliederungssignale & Textverweise
  • Wiedergabe verwendeter Literatur oder Die Kunst der (in)direkten Rede
  • "Wo ist hier bitte der Ausgang aus diesem Satz?" - Zur wissenschaftssprachlichen Syntax
  • »Ich«, »wir« oder »man«? - Zum wissenschaftssprachlichen Umgang mit dem Agens
  • "Kursiv", »fett« oder 'unterstrichen'? - Hervorhebungen im Text
  • "Aufgrund der Tatsache, daß ..." - Versprachlichung logischer Beziehungen
  • "Hattest Du etwa keine Sicherheitskopie gemacht?" - Tips für das Arbeiten mit dem PC
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Universität Debrecen : Lehrstuhl für germanistische Linguistik

HS 1995 Seminar Verweisung im Text

Das lateinische "textus" (zu deutsch: 'Gewebe', 'Geflecht') dient als Leitbegriff einer modernen linguistischen Forschungsrichtung - der Textlinguistik. Die Gewebe-Metapher veranschaulicht zugleich eine der wesentlichen textlinguistischen Fragestellungen - die Beschreibung der textuellen Verflechtungsformen ("Verweismittel", "Pro-Formen", "Textphorik", "Konnexion", "Kohäsion" u.a.). Im Seminar sollen einige wichtige Mittel der textuellen Verweisung im Deutschen behandelt werden (Artikel, Pronominalisierung, Rekurrenz u.a.). Dabei soll auch die grundlegendere Frage gestellt werden, was einen Text zum Text macht.

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Universität Debrecen : Lehrstuhl für germanistische Linguistik

HS 1995 Seminar Syntax der deutschen Gegenwartssprache

Unter Syntax wurde traditionell die Lehre von der Zusammenstellung (syn-taxis) sprachlicher Einheiten im Satz verstanden. In diesem Seminar soll der textlinguistischen Einsicht Rechnung getragen werden, daß nicht der Satz, sondern der (mündliche oder schriftliche) Text die grundlegende Einheit sprachlicher Kommunikation darstellt. Demzufolge sollen syntaktische Phänomene als Signale der Kommunikationssteuerung zwischen einem Sprecher (Autor) und einem Hörer (Leser) betrachtet werden. Wir werden im Seminar auch auf traditionelle syntaktische Beschreibungskategorien zurückgreifen, jedoch immer nach deren kommunikativen Leistungen fragen.
Im einzelnen sollen - anhand von konkreten Textanalysen - folgende Phänomene behandelt werden: Flexion als syntaktisches Mittel, Verbalklammer, Nominalklammer, Junktion, Determination, Aspekte der Wortstellung (Thema-Rhema-Struktur) u.a. Als kompakte Vorauslektüre empfehle ich:

  • Weinrich, Harald: Textgrammatik der deutschen Sprache, Mannheim u.a. 1993, 17-27 [= Kap. 1 "Grammatische Theorie"]
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LMU München : Institut für Deutsch als Fremdsprache

SoSe 1994/95 Proseminar Einführung in die Wissenschaftskommunikation

Das Proseminar bietet einen ersten Zugang zu Problemstellungen der Wissenschaftssprachforschung. An ausgewählten Beispielen werden wir Charakteristika wissenschaftlicher Texte bzw. Textsorten aus natur- und geisteswissenschaftlichen Fächern erarbeiten. Darüber hinaus soll das "kommunikative Umfeld" ausgeleuchtet werden, in dem wissenschaftliche Texte entstehen und rezipiert werden. Stichwortartig seien einige der Themen genannt:

  • Lexikalische, syntaktische und textuelle Merkmale wissenschaftlicher Texte
  • Funktionen des wissenschaftlichen Paratextes
  • Wissenschaftliche Textsorten
  • Mündliche Wissenschaftskommunikation
  • Methodische Ansätze der Wissenschaftssprachforschung
  • Englisch oder Deutsch - das Problem der Sprachenwahl
  • Kulturspezifik von "wissenschaftlichen Stilen"
  • Geschichte der wissenschaftlichen Kommunikation
  • Das Problem der Informationsflut und Verfahren ihrer Bewältigung
  • Wissenschaftssprache und Sprachkritik
  • Normen der Wissenschaftssprache - die Ratgeber-Literatur
  • Wissenschaftliche Kontroversen
  • Wissenschaftliche "Übersetzungsprozesse" - Transdisziplinarität und Wissenschaftsjournalismus
  • Didaktik der Wissenschaftssprache

Die Auseinandersetzung mit dem Thema dient nicht zuletzt dazu, die eigene universitäre Praxis zu reflektieren.

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LMU München : Institut für Deutsch als Fremdsprache

SoSe 94 Proseminar Einführung in die Textgrammatik

Das Proseminar bietet die Möglichkeit, sich mit der 1993 erschienenen Textgrammatik der deutschen Sprache von Harald Weinrich vertraut zu machen. Zunächst werden wir uns einen Überblick über den Aufbau der Grammatik verschaffen und die wichtigsten methodischen Grundannahmen herausarbeiten. Sodann werden wir - immer an konkreten Textbeispielen - ausgewählte Themenbereiche erarbeiten (das Verb und sein Umfeld, Typen der Klammerbildung im Text, Verweismittel, dialogspezifische Sprachmittel u.a.). Dabei wollen wir uns fragen, was denn die Spezifika der Textgrammatik im Vergleich zu anderen Grammatiken sind. Außerdem werden wir uns Gedanken darüber machen, wie die Textgrammatik sinnvoll im DaF-Unterricht eingesetzt werden kann.
Als Vorauslektüre sei empfohlen:

  • Thurmair, Maria: "Weinrich, Harald: Textgrammatik der deutschen Sprache"; Jahrbuch Deutsch als Fremdsprache 16 (1990), 267-275
  • Weinrich, Harald: "Klammersprache Deutsch", in: Sprachnormen in der Diskussion. Beiträge vorgelegt von Sprachfreunden, Berlin/ New York 1986, 116-145
  • Weinrich, Harald: Textgrammatik der deutschen Sprache. Unter Mitarbeit von Maria Thurmair, Eva Breindl, Eva-Maria Willkop, Mannheim u.a. 1993, 17-27 [= Kap. 1 "Grammatische Theorie"]

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